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Der erste Biobauer im Bundesrat? Markus Ritters Interesse ist gross

Meldung  | 

Die Landwirtschaft ist in der Landesregierung schon gut vertreten. Nun soll diese Abordnung noch grösser werden. Der Präsident des Schweizer Bauernverbands (SBV), Markus Ritter wird kandidieren. Der St. Galler Nationalrat wäre der erste Biobauer in der Landesregierung.

Markus Ritter im Element: Der Bundesratskandidat (2.v.r.) an der Medienkonferenz des SBV Anfang Januar bei Familie Schürch im bernischen Kirchberg. Foto: SBV

Markus Ritter will: «Mein Interesse ist gross», sagte er am Samstag zu Radio SRF. Er bestätigte damit, dass er, wie in den letzten Tagen vermutet, für den Bundesrat kandidiert. Es sei ein sehr spannendes Amt, sagte der 57-jährige SBV-Präsident. 

Es störe ihn auch nicht, dass er voraussichtlich das Verteidigungsministerium (VBS) übernehmen müsste. Die Rolle des VBS-Vorsehers sei genau die Art Herausforderung, die ihn reize, so Ritter. Am Dienstag wird ihn seine Kantonalpartei, die Mitte St. Gallen, auf den Schild heben.

Landwirt*innen eher rar im Bundesrat

Zwar wird nun allenthalben festgestellt, dass die Landwirtschaft mit dem Ex-Winzer Guy Parmelin, dem gelernten Landwirt Beat Jans, der Bauerntochter und Schafhalterin Elisabeth Baume-Schneider sowie dem Agronomen Albert Rösti bereits ausreichend vertreten sei im Bundesrat. Wenn Ritter gewählt würde, wäre er allerdings erst der sechste ausgebildete Landwirt im Gremium und erst der dritte, der direkt vom Hof in die Hauptstadt wechselt. 

Das Eis gebrochen hat vor knapp hundert Jahren Rudolf Minger. 1929 wählte ihn die Bundesversammlung im ersten Wahljahr in die Regierung. Der zweite Bauer mit Mist an den Stiefeln war der 2015 gewählte Guy Parmelin. Dazu kommt Beat Jans, der vergangenes Jahr zum Gremium stiess. 

Zuvor sassen mit Christoph Blocher (SVP, 2003-2007) und Paul Chaudet (FDP, 1954-1966) bereits zwei weitere gelernte aber nicht praktizierende Bauern im Rat. Ansonsten dominierten in den letzten hundert Jahren die Jurist*innen, sie stellten wohl die mit Abstand grösste Zahl der Vertreter*innen in der Exekutiven.

Grosse Distanz zur Bioszene

Ritter wäre natürlich auch der erste Biobauer im Bundesrat, dasselbe gilt auch für das SBV-Präsidium. Davon merkte man in seiner bisherigen politischen Tätigkeit allerdings eher wenig. Man erhält eher den Eindruck, dass er und die übrigen Biobäuerinnen und -bauern im Vorstand des SBV stets darauf bedacht sind, möglichst grosse Distanz zur Bioszene zu halten. Hauptgrund dafür ist wohl das Ziel, nicht in den Ruch zu kommen, nur einen Teil der Bauern und Bäuerinnen zu vertreten. 

Ritter hat seinen Betrieb in Altstätten im -St. Galler Rheintal bereits an die nächste Generation übergeben. Er arbeitet hier aber noch mit, wenn er nicht unterwegs ist als SBV-Präsident oder Nationalrat. Im SBV amtet er mittlerweile seit gut 12 Jahren an der Spitze, müsste nun aber im November 2028 wegen Amtszeitbeschränkung ohnehin demissionieren.

SBV-Spitze: Kommt wieder die FDP dran?

Die Nachfolgeplanung an der Verbandsspitze ist deshalb bereits im Gang und wird nun noch etwas beschleunigt. Turnusgemäss müsste eigentlich nach dem Mitte-Mann Ritter und seinem SVP-Vorgänger Hansjörg Walther nun wieder ein*e Vertreter*in der FDP den Verband übernehmen. Die FDP ist allerdings nicht mehr sehr gut dotiert mit Landwirtschaftsspezialist*innen. Ein möglicher Kandidat für die Nachfolge ist der Neuenburger FDP-Kantonsrat Damien Humbert-Droz. 

Es ist aber auch möglich, dass das ungeschriebene Gesetz der Rotation zwischen den drei grossen bürgerlichen Parteien durchbrochen wird, denn Humbert-Droz hat ein grosses Manko: Er sitzt nicht im Nationalrat. Deshalb sind auch SVP-Vertreter*innen im Gespräch, so etwa der Zürcher Nationalrat Martin Hübscher und die Berner*innen Katja Riem und Hansjörg Rüegsegger, die beide ebenfalls in der grossen Kammer sitzen. 

Adrian Krebs, FiBL

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Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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