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Gesunde Milchkühe trotz langer Nutzungsdauer

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Eine lange Nutzungsdauer von Milchkühen hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und ethische Vorteile. Eine neue Studie des FiBL zeigt: Eine längere Nutzungsdauer muss nicht mit Einbussen bei der Tiergesundheit oder höherem Medikamenteneinsatz einhergehen.

Gute Fruchtbarkeit ist der Schlüssel zur Langlebigkeit. Foto: LID

Die Nutzungsdauer von Milchkühen ist ein entscheidender Faktor für die Nachhaltigkeit in der Milchproduktion. Je länger eine Kuh im Betrieb verbleibt, desto besser verteilen sich die Aufzuchtkosten und Klimaauswirkungen auf die Milchleistung. Doch oft wird befürchtet, dass ältere Kühe gesundheitliche Probleme entwickeln und häufiger behandelt werden müssen. Eine aktuelle Studie des FiBL hat deshalb Schweizer Milchviehbetriebe mit langer und kurzer Nutzungsdauer verglichen. Zwischen den Betrieben bestand im Durchschnitt eine Nutzungsdauerdifferenz von über 2 Jahren.

Gute Fruchtbarkeit als Schlüssel zur Langlebigkeit

Betriebe mit langlebigen Kühen zeichneten sich durch eine bessere Fruchtbarkeit aus. So waren weniger Besamungen bei Erstkalbinnen nötig und sowohl die Güst- wie auch die Zwischenkalbezeiten waren kürzer. Auch führten Betriebe mit längerer Nutzungsdauer tendenziell weniger Antibiotikabehandlungen zur Behandlung von Fruchtbarkeitsproblemen durch.

Höhere Zellzahlen, aber kein Unterschied bei Mastitisbehandlungen

Die Zellzahlen der Kühe von Betrieben mit längerer Nutzungsdauer waren höher als von Betrieben mit kurzer Nutzungsdauer. Die Schwankungen innerhalb der Betriebe waren jedoch gross und die Zellzahlen lagen in beiden Gruppen unter 100 000 Zellen pro Milliliter Milch. «Der Unterschied in den Zellzahlen war geringer, als wir aufgrund des deutlich höheren Alters bei Kühen auf Betrieben mit langer Nutzungsdauer erwartet hätten», erklärt Anna Bieber, FiBL Mitarbeiterin und Erstautorin der Studie. Zudem führten die erhöhten Zellzahlen nicht zu signifikant mehr antibiotischen Mastitisbehandlungen.

Kaum Unterschiede im Gesundheitsmanagement

Die untersuchten Gruppen zeigten keine Unterschiede in Bezug auf Lahmheit und Klauengesundheit. Betriebe mit kürzerer Nutzungsdauer führten tendenziell öfter Antibiotikabehandlungen im Bereich Fruchtbarkeit und wegen anderer Gesundheitsprobleme durch, dieses Ergebnis konnte jedoch nicht statistisch abgesichert werden. Ansonsten unterschieden sich die medizinischen Behandlungen nicht. Auch die gesundheitsbezogene Betriebsabläufe – beispielsweise der Anteil Betriebe, der die Reihenfolge des Melkens nach Eutergesundheitsstatus durchführte oder das Melkzeug einer Zwischenreinigung unterzog, die Anzahl Klauenschnitte pro Jahr, die Nutzung von Einzelboxen für kranke Kühe oder der Einsatz von Alternativmedizin – glichen sich.

Auf Fruchtbarkeit, Klauen- und Eutergesundheit achten

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine lange Nutzungsdauer nicht auf Kosten der Tiergesundheit gehen muss. «Langlebige Kühe sind nicht nur ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, sondern auch ein wirtschaftlicher Vorteil für den Betrieb», betont Anna Bieber. Um dies zu erreichen, empfiehlt sie Betrieben insbesondere die Fruchtbarkeit sowie die Euter- und Klauengesundheit gezielt zu fördern.

Corinne Obrist, FiBL

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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