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«Klar soll man die Kuh nicht zur Sau machen»

Meldung  | 

Melanie Ackermann, Lilian Cartier, Nils Wülbeck und Roman Gygax sind im dritten Lehrjahr Landwirt/in EFZ am Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz SO. Im Schwerpunkt Biolandbau setzen sie sich mit Fütterungsstrategien, Kraftfuttereinsatz und Grundfutterleistung auseinander.

Die Lernenden vom Betrieb Talhof, Melanie Ackermann, Lilian Cartier, Nils Wülbeck und Roman Gygax (v.l.n.r. ). Foto: FiBL, Jeremias Lütold

Für das Thema «Jung und Bio» arbeitete das Bioaktuell Magazin mit den Berufsschulzentren Ebenrain in Sissach BL, Wallierhof in Riedholz SO und Liebegg in Gränichen AG zusammen. Dabei lag der Fokus auf den Vertiefungswochen «Schwerpunkt Biolandbau» im Januar und Februar 2025, in denen angehende Landwirtinnen und Landwirte einen Betrieb besuchten und danach in einem Gespräch ihre Eindrücke und Gedanken dokumentierten.

So beschäftigte sich zum Beispiel die Gruppe von Melanie Ackermann, Lilian Cartier, Nils Wülbeck und Roman Gygax mit der Fütterungsstrategie, dem Kraftfuttereinsatz und sowie der Grundfutterleistung auf dem Talhof von Hans und Christian Schüttel in Hirschthal AG. Seit 2000 Bio Suisse zertifiziert, betreibt die Familie Schüttel Milchviehhaltung und Ackerbau auf rund 50 Hektaren. Gesprächsleiterin und Fragestellerin im Nachfolgenden Gespräch unter den Auszubildenden war Melanie Ackermann. Lilian Cartier konnte am Gespräch nicht teilnehmen. Die Links zu den Gesprächen der anderen Gruppen finden sich am Ende dieser Seite.

Wie sieht die Fütterung auf diesem Betrieb aus?

Nils Wülbeck: Es ist eine reine Heu- und Emdasierte Fütterung. 50% Heu, 50% Emd ohne Kraftfuttereinsatz. Sie mähen relativ früh für einen möglichst hohen Futtergehalt. Ihnen ist wichtig, die Futtergrundlage über den Schnittzeitpunkt und den Bestand zu steuern. Im Sommer weiden die Tiere.

Was will man erreichen, wenn man so füttert?

Nils Wülbeck: Ihr Leistungsziel liegt ja bei 5'500 kg Milch pro Laktation. Mit guten, ausgeglichenen Wiesenbeständen kann man das erreichen. Ein gutes Grundfutter ist einfach extrem wichtig, wenn man kein Kraftfutter führt. 

Roman Gygax: Eine tiergerechte Fütterung und Tierwohl sowie tiefe Fütterungskosten sind sicher auch ein Aspekt.

Was interessiert euch am Thema Fütterung?

Roman Gygax: Wir haben zuhause auch einen Biomilchviehbetrieb und füttern hauptsächlich Heu und Silofutter. Dazu noch etwas Kraftfutter. Mich haben andere Strategien interessiert.

Ich war letztes Jahr auf einem Biobetrieb, wo wir mit Heu, Silo und Mais gefüttert haben. Wir haben Soja angebaut und das auch verfüttert sowie Leistungsfutter gegeben. Mit dem Kraftfutter haben wir das Maximum rausgeholt, das Ziel war einfach möglichst viel zu produzieren. Was denkst du Roman, wäre die Strategie der Familie Schüttel bei euch auf dem Betrieb umsetzbar?

Roman Gygax: Ich denke schon. Emd und Heu kommen bei uns aus der Bergzone gut. Selber Kraftfutter anzubauen, kommt bei uns kaum in Frage. 

Nils Wülbeck: Ich denke einfach, man sollte nicht ganz darauf verzichten. Klar soll man die Kuh nicht zur Sau machen, sie ist ja ein Grasfresser, aber ich denke ein bisschen Kraftfutter schadet nicht. Ich denke für eine optimale Fütterung in der Startphase und einen guten Übergang in die Produktionsphase ist es sicher geeignet, damit die Tiere nicht in ein Energiedefizit kommen. 
Bio Suisse empfiehlt, den Einsatz von Kraftfutter zu reduzieren. Das FiBL findet Kraftfutter sogar nicht artgerecht. Wie positioniert sich Bio Suisse sonst im Bereich der Fütterung?

Nils Wülbeck: Die Fütterung muss sicher ressourcenschonend sein und Standortangepasst. Also umweltverträglich auch mit kurzen Transportwegen und geschlossenen Kreisläufen. Ja und einfach möglichst wenig Kraftfutter und Futterzusätze.

Was hält ihr vom Label Retour aux Sources, für die das die Familie Schüttel auch produziert? Wie steht ihr zur Antibiotika-freien Milchproduktion?

Nils Wülbeck: Ich finde das etwas fragwürdig. Man sollte doch etwas machen können, wenn eine Kuh beispielsweise Kreuzviertel hat. Es gibt ja auch die Absetzfristen für die Antibiotika und ich denke, das hilft schon gegen die Resistenzgefahr.

Offen für Zusammenarbeit
Ob mit Schulen oder jungen Biolandwirtinnen und Biolandwirten – das FiBL ist interessiert an Kooperationen zur Erstellung von Podcasts, Merkblättern und anderen Medienformaten. Interessierte melden sich bei Bernadette Oehen.

Weiterführende Informationen

Hinweis: Dies ist eine tagesaktuelle Meldung. Sie wird nicht aktualisiert.

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